Basale GeVAV-Pflege hat sich in der Praxis bei der Pflege von Demenzerkrankten Personen mit BPSD bewährt
Basale GeVAV-Pflege erkennt und anerkennt die jeweiligen zentralen Lebensthemen einer Person mit einer Demenz besonders auch innerhalb der Basispflege-Situationen. Sie basiert auf dem BPSD-Erklärungsmodell MissLe, wurde im Rahmen der Akademie-Praxis-Partnerschaft von CURAVIVA und der Uni Basel entwickelt und in einem Pilotprojekt 2024 erfolgreich mit Hilfe der GeVAV-Schulung implementiert. Für die Implementierung wurden 4 GeVAV-Tools und der GeVAV-Demenz-Parcours entwickelt.
Die Beziehungsgestaltung, besonders auch während der Basispflege durch die Pflegeperson, wird an den LT bzw. den sich daraus ergebenden „Rollen“ (aus GeVAV-Tool 3.B) ausgerichtet.

Person-sein festigen
Der Person mit einer Demenz wird durch die basale GeVAV-Pflege ermöglicht auch innerhalb von Basispflegesituationen weiterhin als die Persönlichkeit zu agieren, die sie unabhängig von ihrer Krankheit ist. Die Betroffene muss sich nicht (wie bei anderen Konzepten) an ihr Person-sein erinnern, sondern erlebt dies durch ihr Agieren (Ich agiere, also bin ich).
Damit ist basale GeVAV-Pflege nicht nur Person-zentriert, sondern Person-konsolidierend – selbst in den ansonsten oft BPSD-provozierenden Basispflegesituationen.
Konventionelle Pflege
Die Pflege von Menschen mit einer Demenz ist zwar ein Thema in den verschiedenen Pflege-Ausbildungen, wird aber meist als personenzentriert bezeichnet. Das meint dann, dass die Gruppe der Demenzerkrankten orientiert an ihren Grundbedürfnissen allgemein wertschätzend behandelt werden soll. Als nicht-medikamentöse Massnahmen hierfür werden in den Lehrbüchern dann Konzepte wie ‚Validation‘, Musiktherapie und manchmal auch allgemein Basale Stimulation genannt. Die Konzepte sind hauptsächlich für den Bereich ‚Betreuung‘ und ‚Beschäftigung‘ gedacht und kommen nur sporadisch, wenn überhaupt innerhalb der Körperpflege bei Personen mit einer Demenz und BPSD zum Einsatz. Meist werden sie von den kaum darin ausgebildeten Assistenzpflegenden für diesen Bereich als nicht praktikabel und hilfreich empfunden. Jedoch entstehen innerhalb solcher Basispflegesituationen besonders häufig sogenanntes herausforderndes Verhalten. Es wird halt immer noch in den alten und überholten Kategorien ‚Grundpflege‘ und ‚Behandlungspflege‘ geplant und gepflegt. Die als wenig anspruchsvoll angesehene Grundpflege liegt in der Hand der Assistenzpflegenden. Der Begriff ‚Basispflege‘ soll verdeutlichen, dass in Situationen wie Körperpflege und Mobilisation die Basis für das Gefühl von ‚Wertschätzung‘ und ‚Person-sein‘ vermittelt wird – am Morgen als Basis für den Tag und insgesamt als Basis für die Person-Zentrierung.
