Basale GeVAV-Pflege

Durch die Person-zentrierte Pflege soll der Betroffene das Gefühl erhalten …

DNQP-Expertenstandard `Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz´ 2018, S.80
gehört.

Menschen mit einer Demenz sind häufig in ihren Kommunikationsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Sie können ihre Bedürfnisse oft nicht adäquat äußern. Zudem kann es vorkommen, dass sie sich ständig wiederholen.
Es gibt für die Pflegenden dann genügend Gründe das Verhalten bzw. die Äußerungen nicht zu beachten oder gar zu ignorieren. Menschen mit einer Demenz empfinden diese Missachtung oder Ignoranz sehr wohl und nehmen sie persönlich.

verstanden.

Menschen mit einer Demenz leben und erleben vom Gefühl her, sie verlieren im wahrsten Sinne des Wortes ihren Verstand. Es wird zunehmend schwer sie bzw. ihr Verhalten zu verstehen.
Pflegende mögen viel Verständnis für die Demenzerkrankten haben – das reicht jedoch nicht immer aus, um die einzelne Person akut zu verstehen. Auch solches Missverständnis wird dann persönlich genommen.
Die Betroffenen haben eine persönliche/ „eigenartige“ Körper- und auch Verbal-Sprache, die die Pflegenden kennen und deuten müssen.

angenommen.

Bei so viel empfundener Missachtung schwindet schnell das Selbstbewusstsein, bei starker Demenz sogar das „Da-seins-bewusstsein“. Um sich angenommen zu fühlen, braucht es daher mehr als Akzeptanz oder Toleranz des eigenartigen Verhaltens – es braucht den aktiven wertschätzenden Umgang. Speziell auch innerhalb intimer Basispflegesituationen.

verbunden.

Verbunden sein mit anderen Personen bedeutet sich in einer Beziehung auf Augenhöhe erleben. Das ist schon besonders innerhalb von Betreuungssituationen und erfodert hohe Professionalität während der Basispflege. Um in Hilfssituationen von den Personen mit einer Demenz als Unterstützer und nicht als Macher oder gar Missbrauchender wahrgenommen zu werden bedarf es einer bewussten Beziehungs-gestaltung. Die Pflegende muss sich beispielsweise bei der Intimwaschung bewusst sein, dass sie nicht nicht kommunizieren kann und das gesprochene Wort fast nicht zählt bzw. verstanden wird. Erst wenn die Pflegende in Resonanz zur Hilfsbedürftigen geht kann diese sich verbunden fühlen.

Die Pflege von Menschen mit einer Demenz ist sehr anspruchsvoll

Es kommt häufig zu aggressiven und regressiven Verhaltensweisen – besonders auch während Basispflege-Situationen, wie der Körperpflege. Aushalten oder verhindern müssen dies meist wenig ausgebildete Pflegeassistenzpersonen.
Die Pflegewissenschaft hat eine Vielzahl von Erklärungsmodellen für sogenanntes herausforderndes Verhalten oder auch BPSD (behaviorale u. psychische Symptome einer Demenz) entwickelt. Jedoch erweist sich kaum eines der Modelle in Basispflege-Situationen als hilfreich.
Wenige sogenannte ’nicht medikamentöse Maßnahme‘ lassen sich z.B. innerhalb der Intimpflege nutzen um eine wirklich ‚wertschätzende Pflege‘ zu vermitteln. In der Folge erhalten viel zu viele Menschen mit einer Demenz Neuroleptika (die nicht für eine Demenzbehandlung zugelassen sind) zur Beruhigung.
Die Pflegenden fühlen sich bei ihren Versuchen eines wertschätzenden Umgangs bei der Basispflege allein gelassen, hilflos und persönlich angegriffen. Die Betroffenen Pflegebedürftigen wiederum sind von der konventionellen Pflege besonders, wenn sie unter Zeitdruck erfolgt, völlig überfordert und fühlen sich provoziert von den Pflegenden.